Kapitel 3 · 1980–2009
Neue Wege
Denkmalpflege, Computer und ganze Häuser aus der Halle: Klaus Ostermann führte den Betrieb in die Moderne.
Anfang der Achtzigerjahre wurde es ruhiger auf dem Land. Neue Höfe entstanden kaum noch, dafür alte Häuser, die gerettet werden wollten. Ostermann lernte, mit Fachwerk und historischen Dachstühlen umzugehen.
1991 übernahm mit Klaus Ostermann ein Bauingenieur. Er investierte in eine CNC-Abbundanlage und in eine Halle für den Holzrahmenbau. Aus der Zimmerei wurde ein Holzbaubetrieb, der ganze Häuser vorfertigt.
Und es begann eine Frage, die das Unternehmen bis heute antreibt: Wie baut man so, dass Gebäude möglichst wenig Energie brauchen?
Chronik
1980–2009
1983
Altes bewahren
Ostermann restauriert das Fachwerk des Pastorats von 1782. Daraus wird ein zweites Standbein: die Denkmalpflege.
1991
Die dritte Generation
Klaus Ostermann übernimmt die Geschäftsführung. Der Bauingenieur und Zimmermeister bringt Computer ins Büro – und anfangs Skepsis in die Werkstatt.
1994
Die erste CNC-Abbundanlage
Was früher Tage dauerte, schneidet die Maschine in Stunden: Zapfen, Schlitze und Versätze, millimetergenau.
1998

Holzrahmenbau
In der neuen Halle 3 entstehen erstmals ganze Wandelemente mit Dämmung und Fenstern. Ein Einfamilienhaus steht damit in zwei Tagen.
2002
75 Jahre Ostermann
52 Mitarbeitende, ein Tag der offenen Tür mit 2.000 Gästen – und für jedes Jahrzehnt eine Linde am Mühlenweg.
2005
Das erste Passivhaus
Für eine junge Familie baut Ostermann das erste Passivhaus im Kreis und lernt dabei, wie luftdicht Holz bauen kann.
2008
Ausbildung mit Auszeichnung
Die Innung zeichnet Ostermann als Ausbildungsbetrieb des Jahres aus. Drei Lehrlinge schließen mit Bestnoten ab.
„Die Maschine nimmt uns die Schinderei ab. Das Denken nimmt sie uns nicht ab.“
Klaus Ostermann

Handwerk bleibt Handwerk: Für Treppen und Geländer wird bis heute gedrechselt.

Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – seit den Neunzigern mit Herkunftsnachweis.
