Kapitel 2 · 1950–1979
Aufbaujahre
Neue Hallen, neue Maschinen, eine neue Generation: Wie Heinrich Ostermann aus der Dorfzimmerei einen modernen Holzbaubetrieb machte.
Die Fünfzigerjahre brachten Arbeit im Überfluss. Überall wurden Häuser, Ställe und Scheunen gebaut, und die Zimmerei am Mühlenweg wurde schnell zu klein.
1958 übergab Wilhelm Ostermann den Betrieb an seinen Sohn Heinrich. Der setzte auf Maschinen, auf Vorfertigung und auf einen neuen Baustoff: verleimtes Brettschichtholz, mit dem sich große Hallen stützenfrei überspannen ließen.
Am Ende des Kapitels stand ein Betrieb, den man im ganzen Kreis kannte – und eine Familie, die zum ersten Mal einen Generationswechsel geschafft hatte.
Historische Fotos in diesem Kapitel sind Symbolbilder.
Chronik
1950–1979
1951
Die neue Abbundhalle
Am Sägeweg entsteht die erste eigene Halle. Hier wird Holz bis heute abgebunden – inzwischen mit Maschinen statt mit Axt und Stemmeisen.
1954

Das eigene Sägegatter
Ostermann kauft ein gebrauchtes Gatter und schneidet Bauholz aus den Wäldern der Umgebung nun selbst.
1958
Die zweite Generation
Heinrich Ostermann, 28 Jahre alt und frisch gebackener Zimmermeister, übernimmt den Betrieb. Sein Vater steht weiter jeden Morgen in der Werkstatt.
1962
Der erste Lastwagen mit Kran
Der Pferdewagen hat ausgedient. Dachstühle werden nun in Teilen vorgefertigt und auf der Baustelle in wenigen Stunden aufgerichtet.
1969
Die Sporthalle
Mit Brettschichtholzbindern über 24 Meter Spannweite baut Ostermann die Sporthalle der neuen Mittelpunktschule – damals eine kleine Sensation in der Region.
1975
Abschied vom Gründer
Wilhelm Ostermann stirbt mit 76 Jahren. Zur Trauerfeier kommen mehr als 300 Menschen aus dem ganzen Kreis.
1977
50 Jahre Ostermann
Zum Jubiläum zählt der Betrieb 28 Mitarbeitende und sechs Lehrlinge. Gefeiert wird – natürlich – in der Abbundhalle.
„Mein Vater hat mir nie gesagt, wie man etwas macht. Er hat es mir gezeigt.“
Heinrich Ostermann, 1987

Jedes Werkzeug hat seinen Platz – eine Regel aus Heinrich Ostermanns Zeit, die bis heute gilt.

Bauholz aus der Region: Fichte, Kiefer, Lärche und für besondere Aufgaben Eiche.
